Logbuch
Galerie
Programme
Favoriten
Archiv
Spielplatz
Impressum
Sonntag
6. Dez. 2009
um 20:54 Uhr

Verteiltes Arbeiten in Gruppen

Ich erzähle nicht viel Neues, wenn ich sage, dass Kollaboration heutzutage ein heißes Thema ist, weil moderne Problemstellungen häufig zu komplex sind, um von einer Person allein gelöst werden zu können. Nicht immer jedoch sitzt man als Gruppe an einem Tisch; eventuell arbeitet man an verschiedenen Orten oder gar zu verschiedenen Zeiten. Glücklicherweise bietet das Internet zahlreiche Möglichkeiten für die Kommunikation in Gruppen. Auf diese Möglichkeiten möchte ich im Folgenden eingehen. Einige Dinge sind ganz offensichtlich, bleiben aber dennoch erwähnenswert. Meine Erfahrung sagt, dass nichts selbstverständlich ist – irgendjemand wird es bestimmt noch nicht gewusst haben. Andere Dinge sind auf Grund der Anforderungen vielleicht für manch einen Leser ein wenig schwierig zu realisieren, aber verzichten wollte ich trotzdem nicht darauf.

E-Mail

Ich möchte mit einem Dienst beginnen, der für die (Gruppen-) Kommunikation unabdingbar ist: Die elektronische Post. Wer das Internet aktiv nutzt, kommt ohnehin nicht um E-Mail herum; jeder sollte daher ein entsprechendes Postfach besitzen. Die Funktionsweise ist dabei analog zu einem traditionellen Postdienst: Es gibt einen Ort, wo man seine Briefe zum Versand abgeben und eingegangene Briefe aus seinem Postfach holen kann. Der Unterschied: Es ist kostenlos (es sei denn, man möchte zusätzliche Funktionalitäten) – und die Briefe sind im Idealfall innerhalb weniger Sekunden am Zielort! Es gibt viele Anbieter solcher E-Mail-Postfächer; einige davon möchte ich kurz nennen:

Wer ein Postfach besitzt, kann theoretisch im Minutentakt Nachrichten gleichzeitig mit mehreren Personen austauschen. Dabei lassen sich neben den eigentlichen Adressaten auch Personen angeben, welche Kopien oder sogenannte "blinde" Kopien erhalten sollen. Es ist außerdem möglich, Dateien als Anhang mitzuschicken, sofern diese eine bestimmte Gesamtgröße nicht überschreiten. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass eine gewisse Gefahr darin besteht, Anhänge von unbekannten Sendern zu öffnen, da diese schädliche Programme enthalten können, welche z.B. den eigenen Computer ausspionieren.

Echtzeitnachrichtenaustausch

Etwas unkomplizierter als E-Mail ist der Austausch von Nachrichten in Echtzet. Dabei sieht man teilweise sogar, ob und wie lange der Gesprächspartner eine Antwort verfasst. Wer einen solchen Dienst nutzen möchte, muss sich zunächst bei einem der Anbieter registrieren bzw. ein Konto erstellen. Anschließend ist meist ein Programm herunterzuladen, welches Kontakte und Nachrichtensitzungen verwaltet und jeweils die Verbindung zum entsprechenden Dienst herstellt. Es folgt eine Auswahl der Anbieter:

Die Anbieter stellen jeweils (native) Programme zur Verfügung. Diese Programme sind jedoch teilweise überladen und/oder mit Werbung versehen. Es existieren aber auch kostenlose Programme, mit denen man einen oder mehrere der angesprochenen Dienste nutzen kann. Einer der Vorteile wurde im letzten Nebensatz bereits erwähnt; weitere sind z.B. das Fehlen von Werbung, eine schlankere Architektur (und damit kürzere Reaktionszeiten), etc.; ein Nachteil ist, dass sie vielleicht nicht die volle Funktionalität wie die jeweils nativen Programme bieten. Ich persönlich favorisiere Miranda; gegen QIP oder Pidgin ist aber sicherlich auch nichts zu sagen. Eine gute Übersicht ist bei Wikipedia zu finden. Leute, die unterwegs sind oder kein Programm installieren möchten, interessieren sich wahrscheinlich eher für ICQ2Go! oder meebo.

Wer mehr Wert auf Privatsphäre legt, sollte sich eventuell einmal Jabber anschauen; damit lassen sich isolierte Netzwerke erstellen. Ein weiteres Programm, das in diesem Zusammenhang erwähnenswert ist, ist TorChat; es nutzt das Tor-Netzwerk und bietet eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Nicht unerwähnt bleiben soll schließlich IRC. Hier schreibt man sich meistens in bestimmten Räumen oder Gesprächskanälen und der Vorteil besteht darin, dass theoretisch beliebig viele Personen teilnehmen können.

Audio-/Video-Kommunikation

Manchmal kann es sinnvoll oder einfacher sein, mit anderen Personen zu sprechen und/oder diese zu sehen. Auch hier stehen diverse Möglichkeiten offen.

Am bekanntesten ist hier sicherlich Skype. Damit lassen sich Telefonate zwischen zwei und mehr Personen führen; zusätzlich sind Videoübertragungen und Textnachrichten möglich und durch hilfreiche Erweiterungen stehen weitere Möglichkeiten der Kollaboration zur Verfügung, beispielsweise das gemeinsame Zeichnen auf einer Weißwandtafel.

Ähnlich, wenngleich mit weniger Funktionalität ist VZOchat. Auch hier kann die Kommunikation über die drei Kanäle Audio, Video und Text stattfinden.

TeamSpeak ist für die reine Sprachkommunikation ausgelegt. Ähnlich wie bei IRC trifft man sich in virtuellen Räumen, um miteinander zu sprechen. Die Anzahl der Teilnehmer ist nicht begrenzt.

Internetanwendungen

meebo war nur ein Beispiel für diese Gruppe der Kollaborationsmöglichkeiten. Immer mehr Anwendungen werden durch Internetseiten zur Verfügung gestellt. Einige davon möchte ich nun kurz vorstellen:

Fernzugriff auf Bildschirminhalte

Man nehme einmal an, eine Gruppe möchte herkömmliche Programme zur Erstellung irgendwelcher Dinge nutzen, so als säßen alle am gleichen Arbeitsplatz. Auch dies ist möglich. Eine Person aus der Gruppe kann den eigenen Bildschirm für ausgewählte andere Personen freigeben, so dass diese den freigegeben Bildschirm bei sich selbst sehen und per Maus und Tastatur darauf zugreifen können; kurioserweise sieht man dann mehrere Mauszeiger. Realisiert werden kann dies z.B. durch Programme wie VNC oder TeamViewer. Möchte aus Sicherheitsgründen niemand sein richtiges System für andere freigeben, besteht die Möglichkeit, zunächst eine virtuelle Maschine zu erstellen, um diese anschließend für andere freizugeben.

Permanente Speicherung von Informationen

Arbeiten die Gruppenmitglieder zu verschiedenen Zeiten an einem Problem und wollen ihre (Teil-) Lösungen den anderen zeitnah und in geeigneter Form zur Verfügung stellen, bieten sich auch hierfür verschiedene Möglichkeiten an.

Mit sogenannten Wikis können Informationen von beliebig vielen Nutzern wohlstrukturiert angelegt und beliebig oft bearbeitet werden. Beliebt sind die Systeme DokuWiki und MediaWiki. Sind die technischen Anforderung für die Installation einer Wiki nicht vorhanden, lassen sich bei bestimmten Anbietern kostenfrei Wikis erstellen. Dazu gehören Wikidot und Wikihost.

Liegt der Schwerpunkt stattdessen auf der Diskussion verschiedener Themen, ist der Betrieb eines Forums in Betracht zu ziehen. Empfehlen kann ich diesbezüglich Vanilla.

In einigen Fällen könnte auch die Nutzung eines gemeinsam geführten Internettagebuchs interessant sein, z.B. auf der Basis von WordPress oder Serendipity.

Versionsverwaltung für Quelltexte

Arbeitet eine Gruppe gemeinsam an einem Programmierprojekt, ist die Nutzung einer zentralen Versionshistorie sinnvoll, in der Änderungen detailliert erfasst werden können. Ich möchte in diesem Zusammenhang auf CVS und Subversion verweisen.

Abschließende Worte

Wie du siehst, ist es durchaus möglich, verteilt in Gruppen zu arbeiten! Diese gesammelten Techniken / Methoden / Programme habe ich natürlich nicht alle selbst entdeckt; ich möchte daher denen danken, die mir die Dinge im Einzelnen gezeigt haben. Z.B. kenne ich durch Arthur TeamSpeak; Holger hat mich bei der ersten Nutzung von VNC begleitet.

Ich hoffe, diese kleine Sammlung ist für den einen oder anderen Leser hilfreich! Über Fragen, Anregungen, Kritik, Lob und Erwähnungen freuen wir uns – also die anderen Leser und ich :)

Abonnieren · Trackback · Kategorie: Nützliches · Schlagwörter: , ,

Die Geschichte des Internet » « Soziale Medien und ihre Auswirkungen 

Eine Reaktion zu “Verteiltes Arbeiten in Gruppen”

  1. cb · 7. Dezember 2009, 00:50 Uhr

    ich sehe schon, da braucht jemand einen google wave invite ;-)

    p.s. etherpad wurde die tage von google aufgekauft
    siehe http://www.heise.de/newsticker/meldung/Etherpad-soll-Open-Source-werden-878359.html
    und andere Artikel dazu.
    Google docs bietet auch diverse zusammenarbeitsmöglichkeiten wobei ich diese noch nicht getestet habe, evtl. wird das nun mit der etherpad assimilierung nun auch weiter ausgebaut.

Einen Kommentar schreiben



Erlaubte Auszeichnungen im Kommentarfeld:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong> <pre lang="" line="" escaped="">



RSS: Beiträge · Kommentare

Archiv

Kategorien

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Bloggeramt.de
Blogverzeichnis