Oh, zum Glück! Ich habe schon fast nicht mehr damit gerechnet, aber nach sieben Wochen hat mein Händler doch noch ein Exemplar der mehr oder weniger privat produzierten Auflage bekommen. Aber was ist NeoTokyo überhaupt und wie bin ich darauf gestoßen?
NeoTokyo ist eine Modifikation für das Spiel Half-Life 2. Bei Superlevel habe ich davon erfahren und mich relativ schnell für die Musik interessiert, die exklusiv von Ed Harrison für das dann irgendwie doch wenig bekannte Spiel produziert wurde. Beides – Spiel und Musik – sehr hochwertig und auf jeden Fall einen Blick wert! Auch visuell ansprechend.
Zur Musik: Ich kenne kaum ein Album, das so dermaßen atmosphärisch dicht ist wie NeoTokyo. Ihren Beitrag dazu tragen auch die insgesamt sechs Gäste bei, wobei es mir die Violine und Viola spielenden Musiker besonders angetan haben. Die Stimmung ist außergewöhnlich. Wahrhaftig eine weitere Perle in meiner Sammlung. Und so ziemlich jeder, der einen Kommentar zu dem Album abgibt, ist begeistert.
Interessierte haben verschiedene Möglichkeiten: Zunächst kann man in sechs Stücke kostenlos reinhören. Wem 13 Stücke reichen, findet diese nach Installation der Modifikation in einem der Unterordner. Das ganze Album kann bei CD Baby als digitale Version für knapp 10 Dollar gekauft werden. An gepresste Exemplare zu kommen kann aber schwierig und/oder teuer werden. So oder so: Wer auf solche Musik steht, wird kaum enttäuscht sein.
Ah, wie ich sehe, hat jemand namens Flatcher alle 27 Stücke bei YouTube hochgeladen. Muss nun also jeder selbst mit seinem Gewissen ausmachen, was er oder sie damit anstellt.
Vor zwei Wochen ist das sechste Album von Schiller erschienen und die Verkaufszahlen sprechen wohl für den Erfolg. Es gab noch eine Edition mit signierter Leinwand und noch mehr Musik, aber die Leinwand brauche ich nicht und den doppelten Preis für eine weitere Scheibe wollte ich nicht bezahlen. Also ist es der Schuber geworden: Zwei CDs, eine DVD und ein 30-seitiges Buch. Die zweite CD sollte man haben, abgespeckten Editionen fehlt meiner Meinung nach eine Menge. Auf die DVD hätte ich aber verzichten können, wenn ich dafür die dritte Musik-CD bekommen hätte; die sollte man überhaupt noch einmal separat anbieten, finde ich.
Von dem, was man so liest, bekommt man den Eindruck, alle wären endlos begeistert. Scheibe Nummer Eins finde ich aber etwas schwach, obwohl (!) Nadia Ali und Odette Di Maio erstmals auch dabei sind – von ihnen habe ich mir irgendwie etwas Anderes erhofft. Keine Frage, das gesamte Werk ist professionell produziert, aber als Schillers bisher bestes Album würde ich es nicht bezeichnen. Als sein schlechtestes sicherlich auch nicht, und so kann man sich das als treuer Hörer natürlich ohne weitere Bedenken zulegen, was man wahrscheinlich ohnehin schon getan hat.
Reinhören: Unruhig Herz, Soho, Sunrise, Un Solo Minuto (hier ist Odette Di Maio natürlich super), Salton Sea, Under My Skin, Himmelblau.
Ich fände es nicht verkehrt, wenn Christopher von Deylen nach seinen in den folgenden Monaten folgenden Auftritten eine Schiller-Pause einlegt und stattdessen eventuell (wieder) mal andere Dinge ausprobiert. Was er 2004 mit Harald Blüchel getrieben hat, fand ich zum Beispiel toll. Uhh, das klang jetzt irgendwie komisch.
Die Dokumentation Why We Fight aus dem Jahr 2005 untersucht die Gründe, welche die USA dazu veranlassten, in den Jahren seit dem Zweiten Weltkrieg etliche Kriege zu initiieren, dabei insbesondere auch den 2003 begonnenen Krieg im Irak. Ich möchte diesen Film hiermit empfehlen. Glücklicherweise kann dieser kostenfrei angeschaut werden (via Wikipedia; etwa 100 Minuten). Weitere Informationen kannst du dem zugehörigen Wikipedia-Artikel entnehmen.
In diesem Zusammenhang könnte man auch auf das Milgram-Experiment (via o) hinweisen, welches durchaus bedenklich und dennoch aufschlussreich ist.
Bam! Was für ein Knaller! Das ist wahrscheinlich sein bestes Album. Ich bin gerade ziemlich begeistert und kann kaum die richtigen Worte finden… 100 Minuten Parov Stelar, eine besser als die andere…
Die erste Scheibe fängt so an, wie man es von dem Österreicher gewohnt ist – perfekt. Ziemlich bald wird einem aber klar, dass diesmal einiges anders ist, und man hört synthetische Klänge, Sprechgesang und andere unerwartete Dinge, die hervorragend harmonieren. Auf jeden Fall ist hier die Dynamik größer als auf seinen bisherigen Alben. Auf der zweiten Scheibe wird trotzdem noch ein Zahn zugelegt. Die Bässe wummern und der Fuß wippt mit!
Der Versuch, diese Musik zu kategorisieren, kann nur schiefgehen. Also muss ich Hörbeispiele liefern – aber wie? Jedes Stück ist gelungen. Hmm, wie wär’s zum Einstieg mit dem Titelstück?
Der Melancholiker in mir ist ganz hingerissen von Alphawezen, aber auf Anhieb gefällt das Album mir nicht so sehr wie der Vorgänger En Passant, so dass ich eine volle Punktzahl hier nicht geben kann (das scheinen die Leute bei Discogs ähnlich zu sehen). Auch die Gestaltung hat nicht ganz meinen Geschmack getroffen.
Alphawezen haben selbst gesagt, dass zu einem perfekten Album eine stimmige Dramaturgie gehört – die kann ich bei Comme vous voulez nicht erkennen; teilweise hört man relativ experimentelle Klänge. Generell finde ich außerdem, dass Lieder ohne die Sängerin Asu Yalcindag oft viel von dem Charme einbüßen, der Alphawezen meiner Meinung nach ausmacht; nächstes Mal Asu also bitte öfter singen lassen. Neu dabei ist diesmal Verena Johann, die nicht schlecht ist, aber Asu nie ersetzen könnte.
Reinhören in Gun Song, Days und das Instrumentalstück RootsTrackers.
Der knapp 20-minütige Kurzfilm Play von David Kaplan und Eric Zimmerman erzählt von einer nahen Zukunft, in der Videospiele nicht mehr von der Realität zu unterscheiden sind. Aufregend, beängstigend, philosophisch. Interessant. Visuell und auditiv durchaus hochwertig.
Bei der Deep-Dive-Corp. weiß man, was einen erwartet. Gewohnt lässige Tauchfahrt. Weitermachen. Nur Paradisi ist ein wenig merkwürdig, wenn ich das mal so schreiben darf.
Wer’s detaillierter wissen möchte, sollte beim PR Officer weiterlesen.
Ich lese sehr gerne und habe dennoch die Kategorie Literatur bisher nicht angelegt. Das ändert sich hiermit, auch wenn ich nicht so schnell und so viel lese wie beispielsweise Frau Gröner. Interessant, dass ich gerade mit so einem Buch beginne. Haha!
Margaret Truman, Tochter des ehemaligen US-Präsidenten, schrieb 1986 einen Krimi über Mordfälle in Washington D.C., die ihre Ursache in den Verstrickungen von Wirtschaft, Politik, Medien, Geheimdiensten und Polizei haben. Dabei geht man über Leichen, weil man die Bürger der Vereinigten Staaten vor der Sowjetunion schützen (und sich gleichzeitig finanziell bereichern) möchte. Damit ist das Wesentliche bereits erzählt.
Der Spannungsbogen ist relativ lahm und das Thema nur noch bedingt aktuell. Lies also lieber ein anderes Buch, denn dieses birgt nur eingeschränkte literarische Befriedigung. Ich muss dazu sagen, dass ich eher selten Krimis lese; vielleicht sind sie ja alle so… zweitklassig.
Einige Stellen brachten mich zum Lachen.
Ansonsten kein Kommentar.