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Donnerstag
8. Apr. 2010
um 21:36 Uhr

Warum (und wie) Musik kaufen?

Fotografiert von Carla Arena

Fotografiert von Carla Arena

Wie viel ist dir die kreative Leistung anderer Menschen wert? Ich kenne einige Leute, die es geradezu lächerlich finden, für Musik, Filme, Programme, Bücher oder Zeitschriften – kurz: digitale oder digitalisierbare Wertgegenstände – Geld zu bezahlen. "Oh Mann, Andrej! Musik holt man sich heutzutage mal eben im Netz!" Nun, ich will diese Leute nicht von vornherein schlechtmachen. Eventuell haben sie die ehrliche Überzeugung, dass jegliche Form von Information, wozu nicht zuletzt auch die in einer langen Reihe stehenden Bits digitaler Musik gehören, kostenfrei zugänglich sein sollte. Ich habe einige Schwierigkeiten damit, eine solche Meinung zu teilen. Habe ich Unrecht? Einer meiner Professoren zitierte neulich jemanden, der sinngemäß gesagt haben soll, Moral sei häufig bloß die Abwesenheit guter Gelegenheiten. Hmm, ich weiß nicht. Gelegenheiten hätte ich eigentlich. Mann, jetzt wird aber ausgeholt…

Na gut, eigentlich wollte ich ja auch nur auf das Thema "Plattenschrank?" bei Supertopic hinweisen. Dabei geht es weniger um die Frage des Ob als um die des Wie, also am liebsten Vinyl, CD oder gleich digital. Ich selbst habe dabei das Folgende geschrieben:

Ich bin CD-Käufer. Mir gefallen ausführliche Booklets, die Gestaltung und die Möglichkeit, etwas ins Regal stellen zu können. Außerdem möchte ich gute Musiker und Labels auch finanziell unterstützen, soweit das mit einem CD-Kauf geht.

Für MP3s zu bezahlen finde ich (wie einige andere hier auch) komisch. Daran würde auch ein limitiertes T-Shirt oder ein Poster nichts ändern.

Damit teuer gekaufte CDs möglichst lange halten, erstelle ich davon aber Sicherungskopien oder MP3s, so dass die Originale kaum noch ihren Weg in den CD-Spieler finden. Wenn MP3-Downloadcodes auch CDs beiliegen würden, wär das für mich praktisch.

Widerspreche ich mich? Hmm, nein, trotz des zweiten Absatzes nicht.

Nachtrag am 17. April 2010 um 16:43 Uhr: How Much Do Music Artists Earn Online? (via bullitt)

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4 Reaktionen zu “Warum (und wie) Musik kaufen?”

  1. Mr. G. · 9. April 2010, 09:16 Uhr

    HUST HUST

  2. Mr. G. · 9. April 2010, 09:33 Uhr

    Wir schreiben das Jahr 2009 … in der obersten Etage des Ubisoft-HQs ….
    Mr. B. wie möchten wir heute den Tag beginnen?
    Hm Mr. A. in der Tat eine durchaus schwierige Frage!?
    Ich weiß, wie wäre es mal wieder einen sinnlosen Kopierschutz auf unsere Produkte zu bringen um viel Geld zu verlangen und uns über den Ärger der Kunden zu erfreuen?
    Mr. B. das ist eine brilliant Idee, so werden wir bestimmt noch mehr Kunden verlieren und die Raubkopierer können weiter in aller Ruhe spielen.
    Tata Mr. A. so lasset uns fortschreiten und dem ehrlichen Manne sein Geld abknöpfen.
    Sehr wohl Mr. B..

  3. stbn · 9. April 2010, 23:06 Uhr

    Haha, Mr. G., danke! Ich habe mich köstlich amüsiert :D

    Ist natürlich nachvollziehbar, warum Kopierschutzmechanismen entwickelt wurden. Wenn Kunden damit Steine in den Weg gelegt werden und die Unterhaltung auf der Strecke bleibt, ist das aber eine ziemlich dumme Sache.

    Auch Musikdatenträger sind vereinzelt mit einem Kopierschutz versehen. Wie ich oben schreibe, möchte ich aber Sicherungskopien erstellen können, ausschließlich für mich selbst. Wenn ich daran gehindert werde, ärgert mich das, denn ich habe das Produkt ja erworben. Solche Mechanismen sind meiner Meinung nach also der falsche Ansatz. Auch DRM finde ich bei Musik unangebracht, wenn die Konsequenz daraus ist, diese beispielsweise nur auf bestimmten Geräten oder mit einer festgelegten Häufigkeit abspielen zu können.

    Dass einige Anbieter kreativer Wertgegenstände bereits Dinge falsch gemacht haben, sollte klar sein. Um Dinge wie Kopierschutz und DRM zu verhindern, ist aber meiner Meinung nach ein gegenseitiges Entgegenkommen nötig. Wenn der Kopierschutz weggelassen wird, schenkt man dem Kunden Vertrauen. Das sollte man nicht allzu dreist ausnutzen, finde ich.

    Sind Raubkopien bei Musik überhaupt noch ein Problem heutzutage? Es gibt ja bereits komfortable Möglichkeiten, Musik digital zu kaufen.

  4. Mr. G. · 13. April 2010, 07:56 Uhr

    … irgendwo an einer Hochschule…
    “So Herr M. das sieht doch schon mal gut aus, aber am Design müssen Sie noch was machen“.
    Student erwidert ganz locker “Ja ich habe da schon eine Idee und das sollte auch kein Problem Darstellen“. Voller Tatendrang beginnt der Student das Design mit Photoshop CS4 zu erstellen.
    Nach etwa 3-4 Tagen fällt ihm ein, “Damn wenn ich das in meiner Dokumentation erwähne sollte ich eventuell auch eine Lizenz besitzen. Adobe hat doch bestimmt auch eine Studentenversion für ~50€ und ich will auch nur Photoshop und nicht die Master-Collection, die ich eh ‘habe‘ ….
    Amazon hat bestimmt was da. … so da haben wir es ja ‘Adobe Photoshop Extended CS4 - STUDENT EDITION – deutsch‘ für ~180€, was ein Glück ich aber auch habe, das ich 200€ in meinem Praktikum verdiene, weil ich vom BaföG alleine nicht leben könnte. Muss ich mal eben die nächsten Monate von Luft und Liebe leben, aber hey ich kann mir die ‘Studentenversion‘ leisten. OH was ist das … “

    Hinweis zur Lizenz:

    Spezielle Lizenzbedingungen zu Adobe Student Edition

    * Produkte dürfen weder verkauft noch verschenkt werden
    * Pro berechtigter Person und pro Produkt darf eine Student Edition erworben werden.
    * Im Produktpaket sind keine Handbücher enthalten. Die Dokumentation befindet sich in elektronischer Form auf der CD-ROM
    * Die Funktionalität ist nicht eingeschrängt. Allerdings darf sie nicht für kommerzielle Zwecke genutzt werden.
    * Das Produkt kann nicht umgetauscht oder zurückgegeben werden. Bitte prüfen Sie deshalb vor dem Kauf, ob Sie zu den Bezugsberechtigten gehören. Siehe unten!
    * Die Software kann sofort installiert werden und ist 30 Tag lauffähig. Damit die Software unbeschränkt freigeschaltet wird, muss eine Seriennummer mit dem im Karton befindlichen Formular und dem Nachweis der Bezugsberechtigung per Fax oder Mail bei Adobe angefordert werden.
    * Die Student Edition darf auch für Schülerzeitungen, Schulhomepages und andere nichtkommerzielle Schüler/Studentenprojekte genutzt werden. Die Software darf aber nur auf privaten Rechnern des Schülers/Studenten außerhalb der Bildungseinrichtung installiert werden.
    “Oh super ich darf das nur auf einem privaten Rechner installieren, ich wollte mir schon lange einen Computer/Notebook kaufen“ …

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