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Dienstag
31. Aug. 2010
um 13:53 Uhr

Rhein & Angermann » Survival-Guide für alle Fälle

Rhein & Angermann » Survival-Guide für alle FälleAuf welch vielfältige Weise man sterben kann, habe ich ja bereits gelernt. Nun wollte ich wissen, wie man überleben kann. Das Buch von den Herren Rhein und Angermann war für mich daher eine willkommene und durchaus interessante Lektüre. Es beschreibt, wie man sich in der Wildnis abseits der Zivilisation am Leben halten kann, sollte man sich freiwillig oder unfreiwillig (etwa durch Absturz, Motorschaden, etc.) dorthin begeben haben.

Ich hatte schon die Befürchtung, dass hier nur an der Oberfläche gekratzt wird, aber es wird tatsächlich ein guter Überblick gegeben. Unter anderem behandelte Themen: Orientierung; Wetterkunde; Beschaffung von Nahrungsmitteln; Gefahren durch Pflanzen und Tiere oder Gefahren in besonderen Klimazonen. Es wird jedoch nicht – wie der Titel suggeriert – jeder Fall behandelt. Beispielsweise wäre doch sicherlich eine Verhaltensempfehlung interessant gewesen, sollte man entführt oder von Kannibalen gefangen genommen werden. Außerdem lässt allgemein die Ausführlichkeit zu wünschen übrig. Die Autoren schreiben jedoch selbst, dass dieses Buch nur als Einstieg gedacht sein kann und es geradezu fahrlässig sei, sich im Falle eines Ausflugs nur darauf zu stützen.

Trotz aller Gefahrenhinweise macht das Buch aber auch Lust, den Schutz der Zivilisation einmal hinter sich zu lassen. Ich geh dann mal spazieren.

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Donnerstag
26. Aug. 2010
um 19:38 Uhr

Wendy Northcutt » The Darwin Awards

Wendy Northcutt » The Darwin AwardsEs gibt Bücher, die jahrelang ungelesen im Regal stehen. The Darwin Awards gehörte dazu: Ich hatte es im Oktober 2002 am JFK-Flughafen in New York erworben und immer noch nicht gelesen, bis derMartinMitH mich freundlicherweise dazu animierte, dies zu ändern.

Charles Darwin hat im 19. Jahrhundert bekanntlich die Evolutionstheorie entwickelt. Die natürliche Selektion bewirkt vereinfacht gesagt, dass gute Gene überleben und schlechte aussterben. Die Molekularbiologin Wendy Northcutt hat auf dieser Basis die sogenannten Darwin Awards ins Leben gerufen. Diese werden demnach Personen verliehen, die in Ermangelung von Vernunft aus eigenem Verschulden ihr Leben oder ihre Fähigkeit der Reproduktion verlieren, weil sie auf diese Weise ganz uneigennützig ihre "schlechten" Gene mit sich begraben. Das klingt makaber – und ist es auch.

Die Sammlung dieser tragischen Unglücksfälle hat bei mir verschiedene Emotionen hervorgerufen. Einige Fälle sind absurd, viele einfach traurig, andere spektakulär, gar entsetzlich oder aber unglaubwürdig, einige wirklich komisch – und bei vielen kann man einfach nur den Kopf schütteln. Ich könnte hier eine ganze Reihe passender (verkaufsfördernder) Beispiele liefern – Leute, die von Balkonen fallen, weil sie dort auf Rollstühle steigen; Leute, die sich Luftdruckmessgeräte rektal einführen; Leute, die sich Würgeschlangen um den Hals legen oder Giftschlangen küssen; Leute, die im Schlaf auf Grund ihrer eigenen Flatulenzen sterben; Schwertschlucker, die Regenschirme einführen, welche sich dann leider öffnen – aber ich wüsste nicht, welche ich wählen sollte; ein Todesfall ist verrückter als der andere.

Freunde schwarzen Humors werden bei diesen Geschichten sehr wahrscheinlich ihre Freude haben (derMartinMitH zählt sicherlich dazu). Alle anderen haben die Gelegenheit zu lernen, wie man etwas genau nicht machen sollte.

Zum Schluss noch ein kleines Zitat. Mir gefällt nämlich, was Creative Loafing aus Atlanta zu dem Buch gesagt hat, weil es mit wenigen Zeichen dessen Quintessenz ausdrückt:

D’oh!

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Dienstag
17. Aug. 2010
um 22:35 Uhr

Fundstücke XL

Der eine oder andere Leser wird sich vielleicht gefragt haben, warum es so lange keine Fundstücke mehr gegeben hat. Ich habe mich entschlossen, dies heute zu klären.

Es ist schon viel zu lange her, seit ich begonnen habe, an einem Projekt zu arbeiten: Projekt Lesezeichen. Ich hatte geplant, einen kostenfreien Dienst zu erstellen, der die Speicherung von Lesezeichen ermöglichen sollte, mit folgenden Funktionalitäten:

Es sollte also möglich sein, anonym eine private Lesezeichensammlung anzulegen (oder zu importieren) oder diese für jeden sichtbar zu stellen. Gleichzeitig sollte keine Bindung an den Dienst entstehen; daher war auch eine Möglichkeit des Exports vorgesehen.

Projekt Lesezeichen

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Mittwoch
11. Aug. 2010
um 21:47 Uhr

Simon Singh » Geheime Botschaften

Simon Singh » Geheime BotschaftenSimon Singh hat hier ein wirklich interessantes Buch über "die Kunst der Verschlüsselung von der Antike bis in die Zeiten des Internet" geschrieben. Es ist eine Mischung aus Geschichte, Mathematik, Sprachwissenschaft, Informatik, Kryptologie, ja sogar (Quanten-) Physik und Archäologie. Zu den jeweiligen kryptographischen und -analytischen Techniken, die im Laufe der Zeit entwickelt worden sind, werden die historischen Hintergründe erläutert; Singh geht aber auch hinreichend genau auf die jeweiligen Details ein, ohne Laien zu überfordern.

Neben den erstaunlichen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts – dazu gehören etwa die Enigma (und andere, auch fortschrittlichere erste mechanische Chiffrierhilfen), die asymmetrische Verschlüsselung oder die Entzifferung uralter Schriften – haben mich besonders die sogenannten Beale-Chiffren fasziniert. Diese wurden vor etwa 190 Jahren erstellt und eine von ihnen verbirgt den Standort einer beträchtlichen Menge an Gold, Silber und Juwelen. Bisher konnte diese Chiffre nicht entschlüsselt werden, was bedeutet, dass der "Schatz" bisher (offiziell) nicht gefunden wurde – sofern es ihn tatsächlich gibt. Die Hintergründe machen diese Geschichte noch viel spannender, aber darauf möchte ich nicht weiter eingehen.

Es kann einem fast schwindelig werden ob der überwältigenden Genialität der Protagonisten, zu denen Marian Rejewski, Alan Turing, Clifford Cocks, Martin Hellman, Ronald Rivest und viele weitere gehören. Wer Interesse an dem Thema hat, sollte sich dieses gelungene Buch trotzdem zu Gemüte führen.

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