Simon Singh hat hier ein wirklich interessantes Buch über "die Kunst der Verschlüsselung von der Antike bis in die Zeiten des Internet" geschrieben. Es ist eine Mischung aus Geschichte, Mathematik, Sprachwissenschaft, Informatik, Kryptologie, ja sogar (Quanten-) Physik und Archäologie. Zu den jeweiligen kryptographischen und -analytischen Techniken, die im Laufe der Zeit entwickelt worden sind, werden die historischen Hintergründe erläutert; Singh geht aber auch hinreichend genau auf die jeweiligen Details ein, ohne Laien zu überfordern.
Neben den erstaunlichen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts – dazu gehören etwa die Enigma (und andere, auch fortschrittlichere erste mechanische Chiffrierhilfen), die asymmetrische Verschlüsselung oder die Entzifferung uralter Schriften – haben mich besonders die sogenannten Beale-Chiffren fasziniert. Diese wurden vor etwa 190 Jahren erstellt und eine von ihnen verbirgt den Standort einer beträchtlichen Menge an Gold, Silber und Juwelen. Bisher konnte diese Chiffre nicht entschlüsselt werden, was bedeutet, dass der "Schatz" bisher (offiziell) nicht gefunden wurde – sofern es ihn tatsächlich gibt. Die Hintergründe machen diese Geschichte noch viel spannender, aber darauf möchte ich nicht weiter eingehen.
Es kann einem fast schwindelig werden ob der überwältigenden Genialität der Protagonisten, zu denen Marian Rejewski, Alan Turing, Clifford Cocks, Martin Hellman, Ronald Rivest und viele weitere gehören. Wer Interesse an dem Thema hat, sollte sich dieses gelungene Buch trotzdem zu Gemüte führen.
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