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Freitag
3. Sep. 2010
um 21:04 Uhr

Henrik Lange » Weltliteratur für Eilige

Henrik Lange » Weltliteratur für EiligeIch habe ein Buch geschenkt bekommen – wie lieb! In diesem Buch zeichnet Herr Lange in jeweils vier kleinen Schwarz-Weiß-Bildchen, geschmückt mit kurzen erklärenden Texten, die Essenz von 90 Werken der Weltliteratur und streut den einen oder anderen witzig gemeinten Spruch ein. Ich bin dem Buch mit gemischten Gefühlen begegnet.

Nach dem Lesen ist man in der Lage, oberflächlich über ein Werk mitreden zu können. Was für mich keine Motivation ist, weil ich von Oberflächlichkeit wenig halte. Aber ich weiß nun, dass es bei Fahrenheit 451 um den Verbot von Büchern und bei den Abenteuern des Tom Sawyer um Zivilcourage geht. Und ich kenne nun einige mir bisher unbekannte Werke und deren Inhalte.

Dumm gelaufen ist jedoch, dass ein wenig die Lust genommen wird, die besprochenen Werke danach noch in die Hand zu nehmen. Wozu noch ein Buch lesen, wenn man das Ende kennt? Aber ganz so schlimme Spielverderberei ist es dann doch nicht (immer). Viele der Werke hätte ich wahrscheinlich eh nicht mehr gelesen und bei einigen schafft es der Zeichner sogar, Interesse zu wecken. Der Fremde von Albert Camus könnte z.B. etwas für mich sein. Außerdem konnte ich anhand der fünf Werke, die ich mich erinnere vollständig gelesen zu haben, feststellen, dass eine einseitige Zusammenfassung nicht annähernd die Befriedigung geben kann wie das eigentliche Werk, weil häufig gerade die Details so interessant sind.

Solltest du dich fragen, ob das nun was für dich ist oder nicht, so lautet die schwammige Essenz des obigen Textes: Ja und/oder nein. Kommt darauf an. Wenn du keine oder wenige Bücher (d.h. Werke der Weltliteratur) liest, könnte diese Sammlung für ein Minimum an Bildungszuwachs sorgen, was ja sicherlich in deinem Interesse liegt. Wenn du fleißiger Leser bist, naja, dann musst du halt selbst entscheiden. BuchSaiten und kulturbuchtipps könnten eine weitere Entscheidungshilfe sein.

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Donnerstag
2. Sep. 2010
um 17:48 Uhr

André de Guillaume » Wie man ein Genie wird

André de Guillaume » Wie man ein Genie wirdIch muss mir mit meinen 25 Jahren langsam Gedanken um meine Unsterblichkeit machen. Da kommt solch ein Buch natürlich wie gerufen. Der Autor war mir bisher unbekannt, beim Lesen jedoch sofort sympathisch.

Das Buch ist schlicht köstlich. Mit viel trockenem Humor gespickt ist dies tatsächlich eine Bedienungsanleitung, wie man die Wahrscheinlichkeit erhöht, im Gedächtnis der Menschen zu bleiben. Es wird unter anderem auf Genies der Weltgeschichte und die Vor- und Nachteile eingegangen, ein Genie zu sein. Der Autor gibt Empfehlungen zur Vermeidung von Irrenanstalten, behandelt die Vereinbarkeit von großem Intellekt mit der Liebe und erklärt, warum die dunkle Seite der Macht eher nicht so attraktiv für Genies ist. Sogar eine Vorlage für die eigene Nobelpreisrede ist enthalten.

Das Buch hat mir richtig Spaß gemacht. Und weil es vor Bildung nur so strotzt, werde ich es meinen Kindern später einmal neben’s Bett legen. Einfach toll, auf was für preisreduzierte Mängel-Exemplare man am Grabbeltisch so stößt – und dass man diese mitnimmt, obwohl man bereits mehr Bücher hat, als man je wird lesen können.

Kleiner Hinweis noch: Die einzige Rezension bei Amazon zu diesem Buch zeigt lediglich zwei von fünf Sternen. Offensichtlich ist es also ratsam, vor einem Kauf ins Buch zu schauen.

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Dienstag
31. Aug. 2010
um 13:53 Uhr

Rhein & Angermann » Survival-Guide für alle Fälle

Rhein & Angermann » Survival-Guide für alle FälleAuf welch vielfältige Weise man sterben kann, habe ich ja bereits gelernt. Nun wollte ich wissen, wie man überleben kann. Das Buch von den Herren Rhein und Angermann war für mich daher eine willkommene und durchaus interessante Lektüre. Es beschreibt, wie man sich in der Wildnis abseits der Zivilisation am Leben halten kann, sollte man sich freiwillig oder unfreiwillig (etwa durch Absturz, Motorschaden, etc.) dorthin begeben haben.

Ich hatte schon die Befürchtung, dass hier nur an der Oberfläche gekratzt wird, aber es wird tatsächlich ein guter Überblick gegeben. Unter anderem behandelte Themen: Orientierung; Wetterkunde; Beschaffung von Nahrungsmitteln; Gefahren durch Pflanzen und Tiere oder Gefahren in besonderen Klimazonen. Es wird jedoch nicht – wie der Titel suggeriert – jeder Fall behandelt. Beispielsweise wäre doch sicherlich eine Verhaltensempfehlung interessant gewesen, sollte man entführt oder von Kannibalen gefangen genommen werden. Außerdem lässt allgemein die Ausführlichkeit zu wünschen übrig. Die Autoren schreiben jedoch selbst, dass dieses Buch nur als Einstieg gedacht sein kann und es geradezu fahrlässig sei, sich im Falle eines Ausflugs nur darauf zu stützen.

Trotz aller Gefahrenhinweise macht das Buch aber auch Lust, den Schutz der Zivilisation einmal hinter sich zu lassen. Ich geh dann mal spazieren.

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Donnerstag
26. Aug. 2010
um 19:38 Uhr

Wendy Northcutt » The Darwin Awards

Wendy Northcutt » The Darwin AwardsEs gibt Bücher, die jahrelang ungelesen im Regal stehen. The Darwin Awards gehörte dazu: Ich hatte es im Oktober 2002 am JFK-Flughafen in New York erworben und immer noch nicht gelesen, bis derMartinMitH mich freundlicherweise dazu animierte, dies zu ändern.

Charles Darwin hat im 19. Jahrhundert bekanntlich die Evolutionstheorie entwickelt. Die natürliche Selektion bewirkt vereinfacht gesagt, dass gute Gene überleben und schlechte aussterben. Die Molekularbiologin Wendy Northcutt hat auf dieser Basis die sogenannten Darwin Awards ins Leben gerufen. Diese werden demnach Personen verliehen, die in Ermangelung von Vernunft aus eigenem Verschulden ihr Leben oder ihre Fähigkeit der Reproduktion verlieren, weil sie auf diese Weise ganz uneigennützig ihre "schlechten" Gene mit sich begraben. Das klingt makaber – und ist es auch.

Die Sammlung dieser tragischen Unglücksfälle hat bei mir verschiedene Emotionen hervorgerufen. Einige Fälle sind absurd, viele einfach traurig, andere spektakulär, gar entsetzlich oder aber unglaubwürdig, einige wirklich komisch – und bei vielen kann man einfach nur den Kopf schütteln. Ich könnte hier eine ganze Reihe passender (verkaufsfördernder) Beispiele liefern – Leute, die von Balkonen fallen, weil sie dort auf Rollstühle steigen; Leute, die sich Luftdruckmessgeräte rektal einführen; Leute, die sich Würgeschlangen um den Hals legen oder Giftschlangen küssen; Leute, die im Schlaf auf Grund ihrer eigenen Flatulenzen sterben; Schwertschlucker, die Regenschirme einführen, welche sich dann leider öffnen – aber ich wüsste nicht, welche ich wählen sollte; ein Todesfall ist verrückter als der andere.

Freunde schwarzen Humors werden bei diesen Geschichten sehr wahrscheinlich ihre Freude haben (derMartinMitH zählt sicherlich dazu). Alle anderen haben die Gelegenheit zu lernen, wie man etwas genau nicht machen sollte.

Zum Schluss noch ein kleines Zitat. Mir gefällt nämlich, was Creative Loafing aus Atlanta zu dem Buch gesagt hat, weil es mit wenigen Zeichen dessen Quintessenz ausdrückt:

D’oh!

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Mittwoch
11. Aug. 2010
um 21:47 Uhr

Simon Singh » Geheime Botschaften

Simon Singh » Geheime BotschaftenSimon Singh hat hier ein wirklich interessantes Buch über "die Kunst der Verschlüsselung von der Antike bis in die Zeiten des Internet" geschrieben. Es ist eine Mischung aus Geschichte, Mathematik, Sprachwissenschaft, Informatik, Kryptologie, ja sogar (Quanten-) Physik und Archäologie. Zu den jeweiligen kryptographischen und -analytischen Techniken, die im Laufe der Zeit entwickelt worden sind, werden die historischen Hintergründe erläutert; Singh geht aber auch hinreichend genau auf die jeweiligen Details ein, ohne Laien zu überfordern.

Neben den erstaunlichen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts – dazu gehören etwa die Enigma (und andere, auch fortschrittlichere erste mechanische Chiffrierhilfen), die asymmetrische Verschlüsselung oder die Entzifferung uralter Schriften – haben mich besonders die sogenannten Beale-Chiffren fasziniert. Diese wurden vor etwa 190 Jahren erstellt und eine von ihnen verbirgt den Standort einer beträchtlichen Menge an Gold, Silber und Juwelen. Bisher konnte diese Chiffre nicht entschlüsselt werden, was bedeutet, dass der "Schatz" bisher (offiziell) nicht gefunden wurde – sofern es ihn tatsächlich gibt. Die Hintergründe machen diese Geschichte noch viel spannender, aber darauf möchte ich nicht weiter eingehen.

Es kann einem fast schwindelig werden ob der überwältigenden Genialität der Protagonisten, zu denen Marian Rejewski, Alan Turing, Clifford Cocks, Martin Hellman, Ronald Rivest und viele weitere gehören. Wer Interesse an dem Thema hat, sollte sich dieses gelungene Buch trotzdem zu Gemüte führen.

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Samstag
1. Mai. 2010
um 14:23 Uhr

SZ-Magazin » Sprechen Sie Gegenwart?

SZ-Magazin » Sprechen Sie Gegenwart?Das Lexikon des frühen 21. Jahrhunderts bietet eine Übersicht über etwa 600 Begriffe, die in der jungen Geschichte eine Rolle gespielt haben, und wirkt durchaus allgemeinbildend; einige Dinge kannte man schon, andere nicht. Zu den Stichwörtern gehören etwa Arschgeweih, Beck’s Gold, CCTV, Dilara, Ego-Shooter, Falludscha, Gerichtsshows, Homezone, iPod, Jackass, Luder, Maximenü, Napster, offene Gesellschaft, Planet X, Reitermiliz, Sanifair, Tobin-Steuer, UMTS, Vollerotik, Weltregie oder Xbox 360 – dies sollte eine Ahnung von der thematischen Vielfalt vermitteln.

Gelungen finde ich die im Stile von Bleistiftzeichnungen gehaltenen Bilder. Die letzte Auflage ist vom November 2006; eventuell sollte man daher eine Neuauflage oder einen zweiten Teil in Betracht ziehen.

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Sonntag
14. Mär. 2010
um 20:15 Uhr

Margaret Truman » Mord in Georgetown

Margaret Truman » Mord in GeorgetownIch lese sehr gerne und habe dennoch die Kategorie Literatur bisher nicht angelegt. Das ändert sich hiermit, auch wenn ich nicht so schnell und so viel lese wie beispielsweise Frau Gröner. Interessant, dass ich gerade mit so einem Buch beginne. Haha!

Margaret Truman, Tochter des ehemaligen US-Präsidenten, schrieb 1986 einen Krimi über Mordfälle in Washington D.C., die ihre Ursache in den Verstrickungen von Wirtschaft, Politik, Medien, Geheimdiensten und Polizei haben. Dabei geht man über Leichen, weil man die Bürger der Vereinigten Staaten vor der Sowjetunion schützen (und sich gleichzeitig finanziell bereichern) möchte. Damit ist das Wesentliche bereits erzählt.

Der Spannungsbogen ist relativ lahm und das Thema nur noch bedingt aktuell. Lies also lieber ein anderes Buch, denn dieses birgt nur eingeschränkte literarische Befriedigung. Ich muss dazu sagen, dass ich eher selten Krimis lese; vielleicht sind sie ja alle so… zweitklassig.

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