Im Januar habe ich ja bereits über "Sirens of the Sea" geschrieben. Wem das Album zu ruhig war, findet nun bei dieser Ausgabe über 157 Minuten deutlich schnellere Neuinterpretationen von Oliver Smith, Duderstadt und weiteren Produzenten, was die Musik aber nicht weniger schön macht. Tatsächlich sind die meisten der 20 Stücke durchaus hochwertig produziert; besonders gute Arbeit haben dabei meiner Meinung nach Andrew Bayer ("Secret") und Myon & Shane 54 ("Just Listen") geleistet.
Toll ist, dass auch die ersten vier Stücke enthalten sind, mit denen OceanLab zu Beginn des Jahrzehnts auf sich aufmerksam gemacht hat: "Clear Blue Water", "Sky Falls Down", "Beautiful Together" und "Satellite". Above & Beyond haben damals einen Wettbewerb veranstaltet und den Gesang zu "Satellite" zur Verfügung gestellt. Floris de Haan hat daraufhin ein wundervolles Werk geschaffen (und gewonnen, wenn ich mich nicht irre), das mich wahrscheinlich für OceanLab begeistert hat.
Wie lange hat man auf dieses Album gewartet? Nun, im letzten Sommer wurde es schließlich veröffentlicht, was leider an mir vorbeigegangen ist, bis ich es vor einigen Tagen zufällig entdeckte und ohne Zögern kaufte, da ich von den drei Jungs bei Anjunabeats Gutes gewohnt bin — vor allem, wenn sie es selbst produzieren. Um es kurz zu machen: Dieses Album ist wundervoll, auch wenn manch einer sicherlich etwas anderes erwartet hat. Denn es hat wenig mit elektronischer Tanzmusik gemeinsam; es ist sehr emotional und hält noch mehr ruhige Klänge bereit als etwa "Tri-State". Wem letzteres wirklich gefallen hat, der wird wahrscheinlich auch "Sirens of the Sea" mögen. Vor allem stelle man sich vor, 70 Minuten lang der Stimme von Justine Suissa zu lauschen… Tolle Idee auch, für die Gestaltung fantasievolle Unterwasserfotos von ihr anfertigen zu lassen, die das Erscheinungsbild aufwerten.